Tagessatz für Berater, Trainer & Coach: Honorarstudie

Positionierung für Berater - Blog

Wie hoch ist Dein Tagessatz als Berater im Vergleich zu anderen Trainern, Beratern und Coaches? Eine große Studie schlüsselt auf von welchen Faktoren Umsätze und Stundensätze abhängen. Es wurden Branchen, Themen, Qualifikation, Zielgruppen, Berufserfahrung und mehr untersucht.

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Studie: Auslastung und Tagessätze für Berater & Co?

Es gibt Fragen, die tauchen immer wieder auf: Was verdient man als Berater, Trainer, Coach oder Speaker? Wie hoch sollte man seinen Tagessatz als Berater ansetzen? Unter anderem dieser Frage ging zum dritten Mal der Verlag managerSeminare nach. 2012, 2015 und 2018 wurde intensiv analysiert: Wer verdient was und warum. Diese Frage ist für jeden Weiterbildner wichtig. Denn eine gesunde Markt- und Konkurrenzanalyse ist essenziell für den eigenen Erfolg.

Tagessatz Berater - Grafik Überblick
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Stimmung und Zukunft 

Die Studie gibt einen guten Blick auf die allgemeine Marktentwicklung. Eine erste Auffälligkeit ist: Die gute Lage in Industrie und Wirtschaft kommt im Weiterbildungsmarkt nicht an. So bleibt der durchschnittliche Verdienst unter dem Schnitt von 2015 zurück. Das steht im Widerspruch zur Aussage vieler Teilnehmer. Diese gaben im Schnitt höhere Berater-Tagessätze und größere Auslastung an. Eventuell basiert diese Aussage auf der guten Grundstimmung, welche die Studie feststellt.

Doch gibt es auch Faktoren, welche zunehmend Sorge bereiten. Anlässen sind beispielsweise firmeninterne und offene Seminare. Im Vergleich zu den Vorjahren nimmt in der Risikowahrnehmung vor allem die Digitalisierung zu. Diese wird nun von mehr Teilnehmern kritisch gesehen. Grund sind alternative Bildungsformate wie Webinare und E-Learning. Dies ist ebenfalls eine mögliche Erklärung für die problematische Entwicklung in den Präsenzseminaren.

Nebenbei wirft das die Frage auf: Warum verstehen nicht mehr Trainer die Digitalisierung als Chance? Warum nicht selbst mit Webinaren oder Lern-Apps vorangehen?

Die Größten finanziellen Hebel bei Tagessätzen für Berater

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist die starke Korrelationen von Tagessätzen bei Beratern und Auslastung zu Faktoren wie Themen, Branchen und Zielgruppen. Diese lassen sich verhältnismäßig einfach über die jeweilige Positionierung, das Leistungsangebot oder der Zielgruppenansprache verändern. So verdient zum Beispiel ein Managementtrainer im Schnitt 73% mehr als ein Sprachtrainer. Ein Berater für Mitarbeiter in Vertrieb & Führung kann 50% Aufschlag im Vergleich zu Kunden aus dem Privat- oder Sozialbereich verbuchen.

Wichtige Faktoren für höhere Tagessätze:

  • Beschäftigungsverhältnis
  • Berufserfahrung
  • Qualifikation
  • Fremdsprache
  • Themen
  • Zielgruppen
  • Branchen
Tagessatz Berater - Grafik Faktoren
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Der statistische Zusammenhang zwischen verschiedenen Faktoren und den möglichen Tagessätzen für Berater ist enorm. Deshalb ist das oft fehlende Bewusstsein für diese Faktoren sehr rätselhaft. Entweder ist es noch nicht im Kopf vieler Berater, Trainer und Coaches angekommen oder noch schlimmer: Sie lassen dieses Wissen ungenutzt. So könnte ein Trainer mit der richtigen Positionierung, dem passenden Geschäftsmodell und dem richtigen Marketing seinen Tagessatz verdoppeln.

Der berühmte TBC

TBC ist dem Normalbürger eher bekannt als Tuberkulose. Deshalb war diese Kurzbezeichnung für TrainerBeraterCoach schon immer etwas problematisch. Doch bildet es noch immer die Realität der meisten Teilnehmer ab. Diese geben Arbeitsschwerpunkte in der folgenden Reihenfolge an: Training, Beratung und Coaching. Im Vergleich zu den Vorjahren verschiebt sich dieser gefühlte Schwerpunkt zur Mitte. Das heißt: Das Verhältnis wird etwas ausgeglichener. Das bezieht sich jedoch auf die Eigenwahrnehmung, zu welchem der drei Punkte sich die Teilnehmer am stärksten zählen.

So macht kaum ein Weiterbildner allein mit einem Tätigkeitsschwerpunkt 100% seines Umsatzes. Fast alle Weiterbildner generieren ihren Umsatz mit einem Mix aus Training, Beratung und Coaching. Und auch hier verschiebt es sich zu einem ausgeglichenerem Verhältnis.

Baustelle: Frauen vs. Männer

Das Einkommensungleichgewicht zwischen den Geschlechtern ist überall präsent. Auch im Weiterbildungssektor ist das nicht anders. Der Tagessatz für Berater zwischen Männern und Frauen klafft weit auseinander. Der Studienautor stellt fest: Frauen verdienen nicht unbedingt weniger, weil sie Frauen sind. Wie auch im Rest der Gesellschaft haben wir hier das Problem der „typischen Frauenberufe“.

So sind die weiblichen Teilnehmer zum Beispiel in Punkt Qualifikation mit Pädagogik überrepräsentiert. Oder zum Beispiel in der Zielgruppenansprache privat/sozial. Oder in der Branche mit öffentlich/Non-Profit. Frauen sind überspitzt formuliert: In allen „Hebeln“ auf der Seite der Verlierer.

Doch wie groß ist der Verdienstunterschied bei gleichen Voraussetzungen? Dazu konnten wir nichts finden.

Tagessatz Berater - Grafik Umsätze
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Lehren für Gründer – die ersten 2 Jahre überstehen

Es gibt in der Studie auch zwei interessante Stellen zum Zusammenhang zwischen dem Tagessatz für Berater und der Berufserfahrung. Erstens die Newcomer. Diese arbeiten eins bis zwei Jahre und erzielen einen Umsatz von knapp 30.000 €. Das ist aber kein Arbeitgeber-Brutto. Deshalb muss ein Newcomer abzüglich Steuer und Krankenversicherung von knapp 1.900 € netto leben. Das gilt aber auch nur unter der utopischen Prämisse: Er hat keine Ausgaben für Auto, Büro, Weiterbildung, Marketing und andere Dinge. Andernfalls werden diese Ausgaben noch vor Steuer und Krankenkasse zusätzlich abgezogen. Zusammen mit Auftragsschwankungen dürfte das ein enormes Stresspotential entfalten. Zumindest dann, wenn nicht ein ausreichendes finanziellen Polster vorhanden ist. Zum Beispiel durch eine Abfindung.

Das ist gar nicht so selten. Ein klassischer Weg in die Beratung ist: Fach- oder Führungskräfte, welche sich nach der Kündigung selbständig machen. Im günstigsten Fall verwenden diese einen Teil Ihrer Rücklage für eine professionelle Beratung und Marketing. So können sie möglichst schnell in die angenehme Gewinnzone gelangen. Denn das ist das nächste Fazit:

Haben Gründer die ersten zwei Jahre Durststrecke überstanden verdoppelt sich der Bruttoumsatz auf gut 60.000 € im Jahr. Abzüglich Krankenkasse und Steuer sind das bestenfalls 3.300 netto (abzüglich Betriebsausgaben vor Steuer und KK). Davon kann man schon etwas entspannter leben und arbeiten.

Nicht einschlafen – sinkender Tagessatz für Berater mit 7-10 Jahren Erfahrung

Das zweite bemerkenswerte ist ein kleines Loch in der Statistik. Das Wachstum im Jahr 7-8 ist mit unter 3% das geringste in der Entwicklung und das Jahr 9-10 mit unter 14% das drittkleinste. Vielleicht müssen Berater nach den ersten sechs Jahren auch einmal tief durchatmen. in diesem Zeitraum stagnieren Auslastung und Berater-Tagessätze. Doch sollten sie aufpassen es nicht zu sehr schleifen zu lassen. Denn so beträgt der Umsatzsprung vom Jahr 3-4 mit 60.000 € auf das Jahr 9-10 mit 85.000 € nur knapp 25.000 €. Profis mit über 20 Jahren Erfahrung haben einen Umsatz über 128.000 €. Umsätze aus Rednertätigkeiten werden nicht berücksichtigt.

Addierter Gesamtumsatz nach Geschäftsjahren:

BerufserfahrungJahresumsatz
unter 2 Jahre: 30.000 €
bis 4 Jahre:60.000 €
bis 6 Jahre:73.000 €
bis 8 Jahre: 75.000 €
bis 10 Jahre: 85.000 €
bis 15 Jahre:101.000 €
bis 20 Jahre: 119.000 €
über 20 Jahre: 128.000 €

Fazit: Besorge Dir die Studie

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Die Studie gibt einen großartigen Einblick in die Struktur und Verdienstmöglichkeiten im Beratermarkt. Das ist zunächst „nur“ interessant. Doch diese Erkenntnisse können sogar durchschlagende Wirkung entfalten. Nämlich dann, wenn man sie für das eigene Marketing betrachtet. Man bekommt wirklich einen handfesten Eindruck, was Positionierung und Zielgruppenansprache für Umsatzsteigerungen bewirken können. Es gibt klare Hebel, welche den Tagessatz als Berater und die Auslastung enorm steigern. Das ist zwar kein Geheimnis, jedoch schwarz auf weiß noch deutlich sichtbarer.

Deshalb ist ein Blick in diese Studie absolut empfehlenswert.

Für Abonnenten des Verlags managerSeminare ist diese kostenlos.
Andere investieren 99,50€ (das Jahresabo Training aktuell kostet übrigens 148€).

Zur Studie: Weiterbildungsszene Deutschland 2019

PS: Wir verdienen nichts daran 😉 

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